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Wohnmobil-Achslast-Planer

Vergleiche gemessene Vorder- und Hinterachslasten mit den Grenzen deines Fahrzeugs. Plane noch fehlende Lasten getrennt – ohne die Rechnung mit einer technischen Freigabe zu verwechseln.

Fachlicher Stand: 28. Juli 2026

Was der Planer beantwortet

Der Planer schreibt einen gemessenen Zustand fort: Gemessene Achslast plus noch erwartete Achslaständerung ergibt die geplante Achslast. Die Differenz zum eingetragenen Grenzwert wird als rechnerische Reserve oder Überschreitung angezeigt. Es gibt bewusst keine pauschale „sichere“ Komfortreserve.

Interaktiver Planer

Vorder- und Hinterachse getrennt prüfen

Starte mit gemessenen Achslasten und addiere nur die erwartete Achswirkung der noch fehlenden Last. Der Rechner rundet auf ganze Kilogramm und zeigt bewusst keine vermeintliche Sicherheitsfreigabe.

1. Grenzen aus den Fahrzeugpapieren

Übernimm die für dein Fahrzeug geltenden Werte. Wähle nicht automatisch den höheren technischen Wert.

2. Gemessener Ausgangszustand

Beide Messwerte müssen zum selben dokumentierten Beladungszustand gehören.

3. Noch geplante Achslaständerung

Trage die erwartete Wirkung an der jeweiligen Achse ein – nicht ungeprüft nur das Gewicht eines Gegenstands.

Diese sechs Eingaben brauchst du

Zulässige Vorderachslast

Für ein zweiachsiges Fahrzeug typischerweise der im Zulassungsmitgliedsstaat zulässige Wert für Achse 1 aus Feld 8.1.

Zulässige Hinterachslast

Typischerweise der nationale Wert für Achse 2 aus Feld 8.2; Feld 22 und Fahrzeugunterlagen mitlesen.

Gemessene Vorderachse

Aktueller Waagenwert aus demselben dokumentierten Beladungszustand wie die Hinterachse.

Gemessene Hinterachse

Nicht aus Feld G oder einer gleichmäßigen Teilung der Gesamtmasse ableiten.

Zusätzliche Lastwirkung vorne

Erwartete Änderung an der Vorderachse durch alles, was bei der Messung noch fehlte.

Zusätzliche Lastwirkung hinten

Erwartete Änderung an der Hinterachse; bei Überhang die Hebelwirkung berücksichtigen.

Warum Gegenstandsgewicht und Achswirkung nicht dasselbe sind

Liegt eine neue Last zwischen den Achsen, verteilt sie sich abhängig von ihrer Position. Liegt sie hinter der Hinterachse, kann sie die Vorderachse entlasten und die Hinterachse stärker als mit ihrem Eigengewicht belasten. Trage deshalb nicht automatisch das Gewicht eines Fahrradträgers nur hinten ein. Ermittle die Wirkung mit belastbarer Geometrie oder – bei unbekanntem Schwerpunkt – durch eine erneute Achsmessung.

Hebelwirkung am Heck nachvollziehen →

Gesamtmasse separat prüfen

§ 34 StVZO behandelt zulässige Achslast und zulässiges Gesamtgewicht als einzuhaltende Grenzen. Der Achslast-Planer prüft nur zwei Achsen. Vergleiche die reale Gesamtmasse zusätzlich mit Feld F.2 – nicht mit der Summe aus 8.1 und 8.2.

Gesamtzuladung berechnen

Ergebnis richtig lesen

AnzeigeAussageKonsequenz
Positive ReserveDie geplante Achslast liegt nach deinen Eingaben unter dem Grenzwert.Fehlende Lasten und reale Wiegung kontrollieren.
Null ReserveDie Rechnung landet genau auf dem eingetragenen Grenzwert.Nicht als belastbare Pufferplanung behandeln.
ÜberschreitungDie geplante Achslast liegt über dem eingetragenen Grenzwert.Last reduzieren oder neu verteilen und erneut wiegen.

So wird aus der Planung ein Messwert

  1. Fahrzeugpapiere einschließlich Feld 22 und die Unterlagen des konkreten Fahrzeugs prüfen.
  2. Ausgangsmessung mit Personen, Tankständen und enthaltener Ausrüstung dokumentieren.
  3. Noch fehlende Lasten und deren tatsächliche Achswirkung planen.
  4. Vollständig beladenes Fahrzeug als Gesamtfahrzeug und nach Achsen auf einer geeigneten Waage prüfen.
  5. Bei Änderungen erneut messen, statt alte Werte fortzuschreiben.
Vollständigen Wiegeablauf öffnen →

Häufige Fragen

Wo finde ich die zulässige Vorder- und Hinterachslast?

Anlage 6 FZV ordnet die technisch zulässigen Achslasten den Feldern 7.1 ff. und die im Zulassungsmitgliedsstaat zulässigen Werte den Feldern 8.1 ff. zu. Bei einem zweiachsigen Fahrzeug sind 8.1 und 8.2 typischerweise die national geltenden Werte für Achse 1 und Achse 2. Prüfe zusätzlich Feld 22 und die Unterlagen deines Fahrzeugs.

Was trage ich als zusätzliche Last vorne oder hinten ein?

Trage die erwartete Änderung der jeweiligen Achslast ein, die bei deiner Ausgangsmessung noch nicht enthalten war. Das reine Gewicht eines Gegenstands ist besonders bei Hecküberhang nicht automatisch seine Wirkung auf die Hinterachse.

Warum addiert der Planer die beiden zulässigen Achslasten nicht?

Die Summe der Achslastgrenzen ist nicht automatisch die zulässige Gesamtmasse. Gesamtmasse und jede einzelne Achslast sind getrennte Grenzen und müssen separat geprüft werden.

Kann ein Heckträger die Hinterachse stärker als sein Eigengewicht belasten?

Ja. Liegt der Schwerpunkt der Last hinter der Hinterachse, kann die Hebelwirkung die Vorderachse entlasten und die Hinterachse um mehr als das reine Gewicht von Träger und Ladung belasten.

Ist eine positive Reserve im Planer eine Freigabe für die Fahrt?

Nein. Das Ergebnis ist eine Rechenhilfe auf Basis deiner Eingaben. Es prüft weder Gesamtmasse, Reifen, Träger, Befestigungen, Ladungssicherung noch weitere Herstellergrenzen. Kontrolliere das reisefertige Fahrzeug auf einer geeigneten Waage.

Funktioniert der Planer für Fahrzeuge mit drei Achsen?

Nein. Der Planer bildet bewusst nur ein zweiachsiges Fahrzeug mit Vorder- und Hinterachse ab. Für Tandem- oder Mehrachsfahrzeuge brauchst du die konkreten Achs- beziehungsweise Achsgruppenwerte und eine passende fachliche Messung.

Quellen & Referenzen

Quellen ansehen (5)

Quellen nach Typ

Zur besseren Orientierung sind die Quellen nach ihrer Herkunft gruppiert. Manche Quellen passen zu mehreren Themen.

  • Gesetze, Behörden und offizielle Regelstellen: FZV Anlage 6 — Felder der Zulassungsbescheinigung Teil I (BMJ); StVZO § 34 — Achslast und Gesamtgewicht (BMJ); StVO § 22 — Ladung und Ladungssicherung (BMJ)
  • Tourismus-, Verkehrs- und Reiseinformationen: ADAC — Achslast und Beladungsverteilung; ADAC — Hecklast am Wohnmobil und Hebelrechnung