Gasinstallation

Was gilt es bei der Gasinstallation zu beachten?

Egal ob man nun einen Gastank oder die klassische Lösung Gasflasche verwendet, bei der Planung der Gasinstallation gilt es ein paar wichtige Dinge zu beachten und bereits im Vorfeld zu berücksichtigen.

Wichtiger Hinweis: Habe die Daten und Anforderungen nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Übernehme aber keine Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit der Informationen. Die Informationen dienen allein der Planung des eigenen Ausbaus. Daher unbedingt vor dem Beginn des Ausbaus noch Rücksprache mit TÜV und Gas-Fachbetrieb halten! Die Informationen beziehen sich auf deutsche Anforderungen die von denen in anderen Ländern abweichen können.

Welche Verbraucher will ich versorgen werden?

Entsprechend meiner eigenen Planung, und wohl entsprechend einer Vielzahl aller Mobile, sollen die folgenden Gas-Verbraucher installiert werden:

  • Heizung
  • Warmwasserboiler
  • Herd
  • Kühlschrank (nur wenn man ein Absorbermodell verwendet)
  • Aussensteckdose (für den Gasgrill eine komfortable Geschichte)

Dem entsprechend ergibt sich also schon mal eine Menge Technik und an zu verlegenden Rohren. Da wird dann auch schnell klar, dass der Installationsort der Geräte gut überlegt sein will. Darüber hinaus gibt's aber auch sachliche und rechtliche Rahmenbedingungen die man beachten muss.

Technische Standards

In Deutschland müssen Gasgeräte, Flaschenaufstellung, Leitungsverlegung sowie Abnahme und Dichtprüfung den TRF-Vorschriften bzw. dem DVGW-Arbeitsblatt G 607 für Flüssiggasanlagen in Fahrzeugen entsprechen. Vor Inbetriebnahme und alle 2 Jahre wieder muß die Gasinstallation von einem zugelassenen Fachbetrieb geprüft werden. Ohne entsprechende Prüfbescheinigung gibt's auch keinen TÜV.

Flüssiggas - was ist das?

Was ist Flüssiggas eigentlich? Es ist eine Mischung aus Propan und Butan - je nach Jahreszeit in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen zu verwenden. Für Tanks die man selbst befüllen, auftanken muss steht in ganz Europa ein mehr oder weniger dichtes Netz an Tankstellen mit Flüssiggas zur Verfügung. Hier findet sich auch oft die Bezeichnung "LPG" als Name für Flüssiggas. Für die Betankung ist wichtig den richtigen Tankstutzen parat zu haben, da diese je Land leider unterschiedlich ausgelegt sind.

Gasdruck

Neue Gasanlagen dürfen nur im "30 mbar Standard" ausgeführt werden. Der frühere Standard lag bei 50 mbar Gasdruck. Daher Augen auf beim Gerätekauf! Wer seine Gasverbraucher z.B. bei Ebay ersteigert sollte sich vergewissern, dass das Gerät dem 30 mbar Standard entspricht.

Aufbewahrung und Halterung

Eine der ersten Fragen gilt der Art Aufbewahrung des Gases. Die möglichen Alternativen sind:

  • Gasflasche (Stahl oder Alu)
  • Gasflaschentank (Stahl oder Alu)
  • Unterflurtank

Verwendet man Gasflaschen, so sind max. 2 Flaschen mit 11kg Leergewicht zugelassen (das sind dann in befülltem Zustand etwa 2*16kg). Diese Gasflaschen kauft man und kann sie, wenn leer, gegen befüllte Flaschen wieder tauschen. Gasflaschen müssen alle 10 Jahre geprüft werden. Man achte beim Kauf oder Tausch der Flaschen also auf ein entsprechend aktuelles Prüfdatum.

Es sind, nach aktueller Norm, je Flasche 2 Halterungen, je eine oben und eine unten, zur Sicherung der Flasche vorgeschrieben.

Die Unterbringung der Flaschen muss stehend in einem gasdichten Schrank erfolgen - ausgetretenes Gas darf nicht in den Innenraum gelangen sondern muss durch einen Auslass mit der Fläche 2% der Grundfläche, mindestens aber von 100 Quadratzentimeter, anzubringen am tiefsten Punkt des Gaskastens, entweichen können. Diese Öffnung darf nicht z.B. durch die Flasche abgedeckt werden - wichtig bei Aluflaschen, da diese keinen gelöcherten Sockel haben. Wichtig auch zu beachten, dass nach unten dann keine Ansaugöffnungen, z.B. für Heizungsfrischluft, sein dürfen.

Hat der Gaskasten eine Tür zum Innenraum, so sollte unten ein Sockel von 50mm Höhe bestehen und auch die Tür ist so abzudichten, dass kein Gas in den Innenraum gelangen kann. Eine Abdichtung mit Moosgummi sollte genügen. Die Kanten des selbstgebauten Gaskastens sind z.B. mit Silikon abzudichten. Ebenso dicht muss die Durchführung des Gasrohres sein!

Im Gaskasten dürfen keine zündungsgefährliche Installationen (Strom) vorhanden sein. Ausgenommen sind Installationen die für Füllstandskontrolle oder Fernabschaltung benötigt werden.

Befindet sich der Gastank unter dem Herd so muss ein Hitze-Schutzschild verbaut werden. Generell sollte ein ausreichender Abstand zu allen Wärmequellen (25cm seitlich, 30cm nach unten) vorhanden sein. Steht die Heizung also gleich nebenan, so wäre auch da ein Schutzschild eine Notwendigkeit.

Die selben Anforderungen an die Unterbringung der Flaschen gelten auch, wenn man Flaschentanks verwendet. Das sind Gasflaschen, in Stahl oder Alu, die man an Gas-Tankstellen selbst wieder befüllen kann. Der Anschluß für die Befüllanlage muss ausserhalb des Fahrzeuges liegen! Es darf nicht möglich sein, dass bei der Betankung versehentlich Gas in den Innenraum des Fahrzeuges gelangt.

Bei Verwendung eines Unterflur-Gastanks der unter dem Fahrzeug montiert wird, ist es einfacher und man gewinnt Raum der sonst für die Flaschen reserviert werden muss.

Bei Kauf eines Tanks oder einer Tankflasche ist darauf achten, dass diese TÜV-frei sind und daher nicht alle 10 Jahre einer Prüfung unterzogen werden müssen.

Zwischen Flasche und Gasdruckregler und deseen Übergang zum Gasrohr der internen Versorgung darf ein Gasschlauch mit der maximalen Länge von 45cm (manchmal findet man auch nur 40cm) verwendet werden. Ansonsten ist die Verwendung von Schläuchen im Fahrzeug verboten. Der Übergang zwischen Anschluss-Schlauch und Gasrohr muss innerhalb des Gastanks liegen.

Gasdruckregler

Diese gibt es in Ausführung für eine Flasche oder für 2 Flaschen (Duomatic). Regler und Schläuche sind alle 10 Jahre auszuwechseln. Die richtige Auslegung / Kapazität des erforderlichen Druckreglers ermittelt man durch Summierung der Verbrauchsmenge aller Geräte (angegeben immer in g/h). Bleibt die Summer unter 800 g/h genügt der 0,8 kg/h Druckregler - anderenfalls benötigt man einen 1,5 kg/h Regler.

Trennung der Verbraucher

Die Gaszufuhr muss generell abschaltbar sein (Hauptabsperrventil - i.d.R. der Druckregler) und für jeden Verbraucher muß ebenso ein eigenes Absperrventil, das einfach zugänglich sein soll, installiert sein. Durch entsprechende Symbole oder Beschriftung muss erkennbar sein, welcher Verbraucher an welchem Sperrventil hängt. Nicht genutzte Abgänge sind durch Blindstopfen sicher zu verschliessen. Nach EN1949 müssen neu zugelassene Fahrzeuge über ein geerdetes Gasrohrsystem verfügen. Am besten Absperrventile mit Erdungsanschluss verwenden.

Gasleitungen

Für die Verlegung der Gasleitungen sind verzinkte Stahlrohre in 8mm üblich. Beim Betriebsdruck von 30 mbar sollte man eigentlich, um die zu den Verbrauchern zu leitende Gasmenge zu steigern, Gasrohre mit 10mm Querschnitt verwenden. Da aber Trennschalter und Endgeräteanschlüße meist nur mit 8mm Anschluss zu finden waren, müsste man mit Reduzierstücken arbeiten um von 10 wieder auf 8mm zu kommen. Da das zu kompliziert wird, arbeitet man besser konsequent mit 8mm Rohr. Vom Verteilerblock zum Endgerät sind Rohre mit max. 8mm Querschnitt vorgeschrieben.

Zum Biegen der Rohre unbedingt ein entsprechendes Fachwerkzeug verwenden um Verletzungen des Rohres oder zu starke Reduzierung des inneren Querschnittes zu vermeiden.

Gasrohre können im oder unter dem Fahrzeug verlegt werden. Aussenrohre sollten unbedingt lackiert oder kunststoffbeschichtet sein um nicht durch Korrosion zu schnell Schaden zu nehmen und dann gleich wieder getauscht werden müssen.

Die Rohre sind spannungsfrei zu verlegen und alle 100cm zu fixieren. Metallhalter sind mit Kunststoffeinlagen zu versehen um Beschädigungen am Gasrohr zu verhindern. Die Gasleitungen dürfen nicht mit Elektroleitungen kollidieren. Ein Abstand von 30mm zur Seite und 10mm bei Überkreuzungen ist unbedingt einzuhalten. Alle Rohrverschraubungen sollten stets einsehbar und zugänglich sein. Es versteht sich von selbst, dass es davon so wenige wie möglich geben sollte. Rohrdurchführungen, z.B. durch Möbelschränke oder Fahrzeugblech, sind durch Gummitüllen zu schützen.

Heizen während der Fahrt?

Wer im Frühling, Herbst oder gar Winter unterwegs sein will, benötigt die Möglichkeit während der Fahrt zuheizen zu können. Die Motorheizung des Kastenwagens genügt für die Fahrerkabine, kaum aber für den kompletten Ausbau. Aber auch wer nur im Sommer fährt sollte vielleicht überlegen, ob er nicht besser doch gleich die zusätzlichen Sicherheitsmerkmale berücksichtigt.

Für den Betrieb einer Gasheizung während der Fahrt gibt der Gesetzgeber besondere Sicherheitsmerkmale vor. Seit Januar 2007 muß eine besondere Sicherheitsabschaltung verwendet werden die verhindert, dass im Falle eines Unfalls unkontrolliert Gas austritt.

Daher ist es wichtig darauf zu achten, dass die verwendeten Gasdruckregler über einen Crashsensor verfügen. Auch die Gasschläuche müssen mit einer Schlauchbruchsicherung, sog. SBS, ausgestattet sein.

Hilfreiche / Weiterführende Links zu diesem Thema

1. Selbstausbauer.de

2. Reisemobilist.de hier gibt's ein sehr umfangreiches, detailliertes und gutes PDF zum Download

3. Wynengas.de Webseite des Herstellers der Wynentankflasche und Unterflurtanks

4. Alugas.de Webseite des Herstellers der Alugasflasche und der Alugastankflasche

5. Gasfachfrau.de Webseite mit Angeboten für Stahl- und Alugastankflaschen und Gastanks