Fenstereinbau

Fenster Hecktüre2 Wochen Sonnenschein - also konnte ich damit beginnen erste Fenster einzubauen. Ein kleiner Schritt für den Profi - ein großer für mich, denn noch nie vorher gemacht und Löcher ins neue Blechle zu bohren und zu sägen verursacht schon erstmal Zweifel an den eigenen Möglichkeiten.

Anstatt die Fensterausschnitte mit einer Stichsäge zu machen, hab ich mich für den Blechknabber entschieden. So ein Teil, angetrieben durch Pressluft, ist günstig zu bekommen und macht tolle Fugen ins Blech. Ausserdem schwingt das Blech dabei kaum und die Gefahr mit einer springenden Stichsäge und brechenden Sägeblättern besteht nicht. Allerdings hatte ich das erforderliche Luftvolumen unterschätzt und musste nach dem ersten kleinen Fenster erstmal in einen neuen Kompressor investieren. Das alte Teil hatte einfach nicht genügend Reservern und alle 10cm Pause machen müssen, ist auch nicht wirklich lustig.

Auch der Blechknabber macht aber ne Menge Blechspäne und die sollten tunlichst nicht in offene Hohlräume der Karosserie abtauchen wo sie anfangen Rost zu produzieren. Also gilt - abkleben und abdichten und Späne schnell und gründlich zu entfernen. Anstatt nun hier aber jedes Fenster einzeln zu beschreiben, folgt die Darstellung des Einbaus am Beispiel vom Fenster in der Schiebetür, alle anderen wurden ja nach dem gleichen Prinzip realisiert.

 Fenster Ausschnitt festelegen
Im ersten Schritt wird das Ausschnittmass festgelegt und mit feinem Filzschreiber innen aufgetragen. Hierbei unbedingt darauf achten, dass die Linien waagrecht / senkrecht verlaufen. Wasserwage nutzt nur, wenn das Auto wirklich in der Waage steht. Ich hab mich immer an den Rahmenlinien orientiert, zumindest an denen die sicher waagrecht / senkrecht verlaufen.

Wichtigste Regel: Messen, messen, messen und nochmal messen. Ruckzuck hat man sich mal vertan und der Aerger ist dann gross.

Am Bild hier sieht man, dass eine Verstrebung entfernt werden musste. Das ist kein tragendes Rahmenteil, sondern dient nur dazu die Schwingung des Blechs zu reduzieren. Ebenfalls gut zu sehen die Abklebung der Umgebung um zu verhindern dass Sägespäne in Hohlräume fallen.

Das Heraustrennen der Streben geht bestens mit einer Schwingsäge - so'n Teil das sowohl schleifen als auch sägen kann.

Stimmen alle Abmessungen, werden zuerst kleine Löcher genau in die Ecken gebohrt. Diese diesen als Hilfspunkte um im nächsten Schritt die Schnittlinien auf der Aussenseite anzeichnen zu können.

Fenstereinbau Vorbereitung aussen

 
Hier nun der 2. Schritt - Aussen werden, entsprechend der Bohrungen, die Linien für den Ausschnitt angezeichnet.

Auch hier wird jeder Spalt und sei er noch so klein, abgeklebt. Die kleinen Späne fliegen enorm weit! Am besten auch den Boden mit einer Plane abdecken, dann kann man hinterher schneller sauber machen.

Vorsicht am Ende des Schnittes! Das Blech will raus und wiegt mehr als man vielleicht vermutet. Wenn man nicht gerade mit 2. Mann arbeitet muss man schnell sein um Schäden zu verhindern.

 

 

 Fensterinnenrahmen
Nachdem das Blech raus ist, wird der Schnitt entgratet und mit Rostschutzfarbe versehen. Dann erst der Innenrahmen eingeklebt. Den hat man am besten schon vorher aus Latten zusammengebaut.

Als Fenster hab ich S4 von Seitz verwendet. Es setzt 26mm Einbaustärke voraus. Zieht man 1mm Blech ab, muss der Rahmen also 25mm stark sein. 24mm geht aber auch und auch 26mm sollten kein Thema sein. Oberhalb dieser Abmessungen braucht man aber längere Schrauben oder sogar einen zusätzlich einen Innenrahmen.

Den Holzrahmen hab ich mit Sikaflex 221 eingeklebt und mit Schraubzwingen gegen das Blech gepresst. Hierbei ebnet sich die Blechwölbung und eine weitestgehend ebene Fläche für den Fensterrahmen wird hergestellt.

12 Stunden habe ich den Rahmen eingepresst, dann konnte der Einbau des Fensters folgen. 

 

 

Das Fenster wird nun einfach von aussen eingesetzt - Passform nochmal kontrollieren!

In den Aussenrahmen wird eine recht dicke "Wurst" an dauerelastischer Fugenmasse, ich hab Dekalin oder Sikaflex verwendet, eingepresst. Den vorhandenen Dichtgummi des Fensters hab ich drin gelassen - manchmal liest man, dass der entfernt werden sollte, aber der Sinn dieses Tipps hat sich mir nicht erschlossen.

 

 

Fenster fertig

 

Die rausgedrückte Dichtmasse kann man, je nach Wetterlage, nach etwa 12 Stunden mit sich selbst abtupfen. Macht man das zu früh wird es ne echte Sauerei. Wem das Endgergebnis dann noch nicht gefällt der tauche seinen Finger in ein wenig Speiseöl oder Spüli und kann dann die verbliebene Masse noch nachglätten.

Auf keinen Fall sollte noch ein Spalt zwischen Fensterrahmen und Blech zu sehen sein, sonst ist es nur eine Frage der Zeit bis der erste Wassereintritt die Freude trübt.

Fertiges Fenster! Nun wird's optisch wirklich schon ein Wohnmobil.